
Zum Tod von Georg Kresse gibt es gleich mehrere Meldungen und im Gegensatz zum Tag der Geburt ist der Tag des Todes des Bauerngenerals überliefert. Er wurde am 1. November 1641 in Auma durch Reiter des Regiments von Hatzfeld erschossen.
Der Sage nach wurde er schließlich mit seinem eigenen Gewehr erschossen, das mit sogenannten Freikugeln geladen war. Julius Schmidt schreibt dazu:
Die Kugel flog durch sein Herz in die Wand; das dadurch verursachte Loch und Kressens an die Wand gespritztes Blut war bis zum großen Aumaischen Brand (1790) sichtbar, denn kein Kalk haftete darauf. Ein glaubwürdiger Mann versicherte mir, es noch gesehen zu haben.
Historische Dokumente aus dieser Zeit schildern seinen Tod jedoch anders. Laut Grünlers Triptiser Chronik von 1671 wurde der „wilde Kreß“ im Herbst 1641 in Auma durch eine goldene Kugel getötet. Eine Familienchronik aus Auma präzisiert das Ereignis: Demnach wurde der als „Erzschnapphahn“ bekannte Georg Kresse aus Wöhlsdorf am 1. November 1641 im oberen Gasthof von Auma durch drei Schüsse von Hatzfeldischen Reitern getötet.
Die dritte Version klingt am sachlichsten – sicher ist der Tod durch drei Kugeln aber dennoch nicht, denn offizielle Dokumente dazu fehlen. Die Kirchenbücher von Auma sind zu dieser Zeit sehr unvollständig und für 1641 sowie die meisten Jahre im 17. Jahrhundert fehlen schlicht die Angaben. Es gibt daher keinen Eintrag zum Tode von Georg Kresse in Auma. Das ist sehr schade, denn oft geben die Pfarrer zu dieser Zeit noch Hinweise zur Todesart und der Herkunft des Verstorbenen. Auf diese Weise hätte einige der fehlenden Angaben zum Leben von Kresse ergänzt werden können.
In mehreren Überlieferungen findet sich der Hinweis, dass Kresse auch direkt in Auma auf dem Friedhof der Stadt beigesetzt wurden. Auch hierzu fehlen offizielle Dokumente, aber es wäre durchaus plausibel. Verurteilte Straftäter bekamen zu dieser Zeit oft kein christliches Begräbnis (ähnlich wie Selbstmörder). Häufig gab es spezielle Flurstücken (in Zeulenroda beispielsweise der Schindgraben), in denen man die Leichen dann entsorgte. Georg Kresse war aber kein verurteilter Verbrecher. Es wurde zwar nach ihm gesucht, es gab aber nie einen Prozess und auch nie ein Gericht, das ihn schuldig gesprochen hätte. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass er trotz seines Rufes auf dem Friedhof in Auma bestattet wurde (und es daher auch einen Eintrag im Kirchbuch von Auma gegeben haben muss).

Die Erschießung im Gasthof in Auma wirft dagegen einige Frage auf. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die ortsfremden Soldaten Kresse kannten oder erkannt haben. Trebke deutet an, dass es in dem Zusammenhang zu einer Denunziation gekommen sein könnte1. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass es zu einem Streit kam und Kresse dabei ums Leben gekommen ist.
Eine andere Erklärung könnte sein, das Kresse in Auma sozusagen „im Dienst“ war. Die Hatzfeldischen Reiter hatten keinen gute Ruf2 und waren für brutale Einquartierungen und Pressungen bekannt. Eventuell wollte Kresse daher geplündertes Gut zurückholen und dieser Überfall ging schief. Leider sind die Quellen zu den Details der Schüsse im Gasthof nicht aussagekräftig.
Der Namen des Gasthofes hat lange Zeit für Verwirrung gesorgt, denn er wird in den Aufzeichnungen nicht direkt genannt. Stattdessen finden sich immer nur Angaben wie „obern Gasthofe zu Auma“. Ella Werner hat dazu 2005 sehr überzeugen dargelegt, dass es zu dieser Zeit vier Gasthäuser in der Stadt gab:3
- den Rathskeller im damaligen Rathaus von Auma
- den „Gelben Löwen“ am Markt
- der „Schwartze Bär“ ebenfalls am Markt
- das „Haus mit Gastrecht“ in der Mittleren Gasse
Aufgrund der Lage oberhalb des Marktes kommt dabei nur das „Haus mit Gastrecht“ als „obern Gasthofe zu Auma“ in Frage. Daher kann man recht sicher davon ausgehen, dass Georg Kresse in diesem Gasthof erschossen wurde. Spannend ist dabei, dass Ella Werner auch die weitere Entwicklung dokumentieren kann. Der Gasthof brannte 1791 mit ab (und damit wurden auch die angeblichen Spuren auf die Kugeln in der Wand vernichtet), aber bereits 1791 wurde an gleicher Stelle ein neues Gasthaus errichtet. Dieser trug den Namen „Braunes Ross“ und daher finden sich in einigen Dokumenten wohl der Hinweis auf das Braune Ross als Todesstätte von Georg Kresse. 1876 wurde der Gasthof dann in „Thüringer Hof“ umbenannt und diesen Namen trägt er bis heute.4

- Trebke: Der Bauerngeneral. 1985, Seite 21 ↩︎
- https://www.30jaehrigerkrieg.de/hatzfeldt-holtzfelt-hermann-graf-von/ ↩︎
- Ella Werner: Dokumentation zum Standort des Gasthofes in Auma, in dem der Überlieferung nach am 1. November 1641 der legendäre Bauerngeneral Georg Kresse vermutlich erschossen wurde. in: Jahrbuch des Museums Reichenfels-Hohenleuben 50/2005, S. 81–96 ↩︎
- https://www.aumabote.de/Thueringer%20Hof.html (abgerufen 11.04.2026) ↩︎
